Glykämischer Index – Der Ursprung

Der glykämische Index (GI) ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Er unterscheidet kohlenhydrathaltige Lebensmittel nach ihrer Wirksamkeit auf den Blutzuckerspiegel. Teilweise wird dafür auch die Bezeichnung Glyx verwendet. Je höher der Wert ist, desto höher steigt der Blutzuckerspiegel an.

Der Begriff des glykämischen Index wurde in den 1980er Jahren im Rahmen der Diabetes-Forschung eingeführt. So stellte man fest, dass etwa Weizenprodukte, wie Brot, Pasta oder Pizza, den Blutzucker nach dem Verzehr stärker ansteigen lässt als Haushaltszucker.

Der Glyx wurde zu Forschungszwecken als Laborparameter entwickelt und ist für die alltägliche Ernährung wenig praxisgerecht. Er beschreibt nämlich die Blutzuckerreaktion auf die Zufuhr von 50 g Kohlenhydraten, die über ein bestimmtes Lebensmittel zugeführt werden, und nicht die Reaktion auf 100 g Lebensmittel.

Probleme beim Glykämischen Index

Beispiel: Der Glyx von gekochten Möhren (Karotten) liegt bei 70. Da Möhren sehr kohlenhydratarm sind, müssten rund 800 Gramm Möhren gegessen werden, um so 50 g Kohlenhydrate zuzuführen. Anders bei kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln: Weißbrot hat ebenfalls einen Glyx von 70, aber schon geringe 104 g davon genügen bereits, um die gewünschte Menge von 50 g Kohlenhydrate zuzuführen. Bezogen auf den GI von 70 lautet die wissenschaftliche Aussage demnach: Die Aufnahme von 104 g Weißbrot führt zu demselben Blutzuckeranstieg wie die Aufnahme von 800 g Möhren.

Mittlerweile gibt es mehrere Diäten, die dem GI Bedeutung beimessen, zum Beispiel die Montignac-Methode, die Glyx-Diät und die Logi-Methode. Neuere Forschungsergebnisse haben aber gezeigt, dass der glykämische Index nur eine untergeordnete Rolle bei der Gewichtszunahme spielt.

Die Zukunft: Der Insulin Index

Ein wesentlich aussagekräftiger Parameter ist der Insulin-Index, der statt den Kohlenhydraten direkt den Einfluss der Nahrungsmittel auf den Insulin-Spiegel angibt. So hat Whey Protein (Molkepulver) kaum einen Einfluß auf den Blutzuckerspiegel, löst aber eine stärkere Insulinreaktion als Weizenprodukte. Letztlich ist das Insulin (ein Fettspeicherhormon) für die Gewichtszunahme verantwortlich.

Holt et al. fanden zwar heraus, dass der Glykämische Index und der Insulin-Index bei den meisten Nahrungsmitteln stark zusammenhängt, dass aber einige Nahrungsmittel mit sehr viel Protein oder hoch raffinierten Kohlenhydraten einen unverhältnismäßig hohen Insulinanstieg erzeugen.