Krebs durch Fleisch

Laut WHO ist verarbeitetes Fleisch krebserregend. Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Erhöht Fleisch das Risiko für Darmkrebs?

Erhöht Fleisch das Darmkrebsrisiko

Die IARC warnt vor Krebsrisiko durch verarbeitetes Fleisch

Die Internationale Agentur für Krebsforschung, kurz IARC ist eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese stuft verarbeitetes Fleisch als krebserregend und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend ein. Unter verarbeitetem Fleisch versteht die IARC gepökelte, geräucherte oder anders haltbar gemachte oder geschmacklich veränderte Fleischprodukte.

Die IARC teilt Ergebnisse in fünf Kategorienein:
  1. „krebserregend“ (1)
  2. „wahrscheinlich krebserregend“ (2A)
  3. „möglicherweise krebserregend“ (2B)
  4. „nicht einzustufen“ (3)
  5. „nicht krebserregend“ (4)

 

Krebsrisiko erhöht sich um 20%

Auf den ersten Blick ist die Steigerung des Krebsrisikos um 20% eine gewaltige Zahl. Allerdings sieht dies ganz anders aus, wenn man die Zahlen in Relation bringt. Laut Robert Koch-Institut hat eine 45-jährige Frau in Deutschland durchschnittlich ein Risiko von 0,3 Prozent, in den folgenden zehn Jahren an Darmkrebs zu erkranken. Durch den Verzehr von Wurst, Schinken und anderen verarbeiteten Fleischwaren erhöht Sie laut WHO ihr Krebsrisiko um 20%. Ein Grundrisiko von 0,3% + 20% ergibt ein Krebsrisiko von 0,36%.

Hätte man die Zahlen so veröffentlicht, kein Mensch würde sich dafür interessieren. Also betreibt man Zahlenmassage. Man schreibt nur von der Erhöhung des Krebsrisikos um 20%, lässt aber elegant den Grundwert aus. Übrigens Rauchen erhöht das Krebsrisiko um 2.500%, schon etwas dramatischer. Weiterhin gelten auch Alkohol und Sonnenstrahlen als krebserregend. Wenn Sie in der Stadt unterwegs sind, unterlassen Sie das Atmen. Einatmen von Autoabgasen ist auch krebserregend.

 

Studienlage ist nicht eindeutig

Ob Fleisch wirklich Krebs verursachen kann, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Auch die WHO hat keine Studie erstellt, sondern nur vorhandene ausgewertet. Hier sieht es aber so aus, dass einige der Meinung sind, das Krebsrisiko würde sich durch Fleisch erhöhen, andere Studien belegen genau das Gegenteil.

Die Belege dafür, dass der Verzehr dieser Fleischsorten beim Menschen Krebs auslöse, seien begrenzt, heißt es zur Erklärung in „Lancet Oncology“.

Laut einer kürzlich veröffentlichten niederländischen Studiesei Fleischkonsum kein Risikofaktor für Dickdarmkrebs. Die Daten zeigten keinen statistisch signifikanten Unterscheid bei Darmkrebs zwischen Vegetariern und Fleischessern.

Die Ergebnisse einer jüngst publiziertenMeta-Analysevon 27 unabhängigen Studien aus Amerika, Asien, Europa und Australien belegt, dass der Konsum von rotem Fleisch bei Dickdarmkrebs eine bedeutende Rolle spielt.

Der frühere Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums(DKFZ) Harald zur Hausen kritisiert ebenfalls, dass in dem Bericht nicht erwähnt werde, dass es Länder mit hohem Fleischkonsum gebe, in denen die Dickdarmkrebs Raten trotzdem sehr niedrig sind.

Woher kommen die Daten

Der Gold Standard wäre eine kontrollierte Doppelblind Studie. Für die Aussage, 50 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag erhöht das Darmkrebsrisiko, lässt sich keine solche Studie finden.

Daher griff man auf Beobachtungs- oder epidemiologische Studien zurück. Hier wird eine bestimmte Personengruppe verschiedenen Tests (z.B. Blutdruck, Gewicht, Größe, Cholesterin etc unterzogen. Außerdem werden Sie zu Ihren Lebensgewohnheiten befragt.

Nach einer bestimmten Zeit werden die Untersuchungen und Befragungen wiederholt. So lassen sich über einen festgelegten Zeitraum die Veränderungen der Gesundheit dokumentieren. ABER: Das Problem an solchen Studien sind die Befragungen. Probanden können vielleicht noch Auskunft geben, was sie vor einer Woche gegessen haben. Wie zuverlässig sind die Auskünfte wenn Fragen zur Ernährung vor einem Jahr oder länger gestellt werden. Wissen Sie noch, wieviel verarbeitetes Fleisch Sie zu diesem Zeitpunkt gegessen haben?

Ein weiteres Problem ist der Wahrheitsgehalt der Aussagen. Wie in Studien festgestellt wurde, neigen die Befragten solche Antworten zu geben, wie sie der Befrager eventuell erwarten würde.

Viele Wissenschaftler sind der Meinung, epidemiologische Studien sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Aber viele Wissenschaftler sind glücklich, wenn ihre zweifelhaften Studien in irgendeinem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht werden.

Wie bei vielen epidemiologischen Studien, lässt sich ein genauer Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch und dem erhöhten Darmkrebsrisiko nicht beweisen. Menschen, die gerne und viel rotes Fleisch essen, Bewegen sich weniger, Trinken und Rauchen häufiger, Essen weniger Gemüse und mehr Kohlenhydrate. Was löst jetzt den Krebs aus? Wahrscheinlich ist es die insgesamt ungesunde Lebensweise.

Interessant wäre eine Studie mit Menschen, die Biofleisch essen, sich auch ansonsten Gesund ernähren und ausreichend Bewegung haben. Wahrscheinlich würde so eine Studie zum Ergebnis kommen: „Fleischessen ist Gesund.“

Vegetarier, Müsli- und Brotesser haben ein anderes Problem. Sie nehmen Glyphosat auf, dass laut IARC ebenso wie Rotes Fleisch auch wahrscheinlich krebserregend ist.

 

Risiko Darmkrebs

Das Risiko für Darmkrebs scheint durch verarbeitetes Fleisch tatsächlich zu steigen. Auch wenn die Zahlen absolut betrachtet, irrelevant erscheinen, sollte dieses Risiko doch genauer beleuchtet werden. Das Darmkrebsrisiko könnte durch die Verarbeitung des Fleisches, also Pökeln, Grillen, Behandlung mit Konservierungsstoffen etc. steigen. Die Inhaltsstoffe bei Wurstwaren sind oft mehr als bedenklich.

Sofern das Fleisch nicht aus Tierfabriken kommt, stellt es wahrscheinlich kein Krebsrisiko dar, allerdings die Verarbeitungsschritte und die ganzen zugefügten Stoffe. Diese erhöhen hauptsächlich das sogenannte Shelflife, das Leben im Regal. Supermärkte sind an Produkten interessiert, die lange haltbar sind. Somit ist der Verlust durch abgelaufenen Waren minimiert.

Für den Einzelnen ist das Risiko klein, infolge des Fleischkonsums Darmkrebs zu entwickeln„, sagt Kurt Straif von der IARC. „Aber das Risiko steigt mit der verzehrten Menge.“

 

Wie können Sie Ihr Krebsrisiko minimieren?

Wenn Sie besorgt sind und Ihr Darmkrebsrisiko minimieren wollen, dann verzehren Sie weniger von stark verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren.

  • Kaufen Sie Ihr Fleisch aus nachhaltiger Tierhaltung, wo auf Antibiotika und gentechnisch verändertes Futter verzichtet wird.
  • Kaufen Sie kein eingelegtes Fleisch
  • schränken Sie den Wurstkonsum ein
  • Vermeiden Sie Pflanzenöle, wie Sonnenblumenöl, Rapsöl, Maiskeimöl und andere Saatenöle
  • Kochen oder Braten Sie Fleisch in größeren Mengen, um dadurch den Wurstkonsum reduzieren zu können
  • Braten und Kochen Sie mit gesättigten Fetten, wie Kokosöl, Butterschmalz, Schweineschmalz oder Rindertalg
  • Verzichten Sie auf industriell hergestellte Lebensmittel

 

Fazit

Die IARC Empfehlung ist absolut betrachtet kaum der Rede wert. Selbst die WHO betrachtet das Risiko als relativ gering. Achten Sie aber trotzdem auf hochwertige Fleischwaren und verzichten Sie auf billiges Supermarktfleisch. Sie helfen damit den Tieren und wahrscheinlich Ihrer Gesundheit.

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